Mateusz Smoczyński Quartet | United in Jazz

Der Höhepunkt der Reihe „Jazz First – Tribute to Zbigniew Seifert” ist das Konzert des Mateusz Smoczyński Quartetts mit einem besonderen Gast: dem herausragenden Saxophonisten Leszek Żądło. Der Abend in der Darmstädter Orangerie verbindet höchstes künstlerisches Niveau mit einer persönlichen und historischen Erzählung über einen der wichtigsten europäischen Jazzmusiker des 20. Jahrhunderts.
Mateusz Smoczyński gehört zu den angesehensten zeitgenössischen Jazzgeigern. Sein Spiel zeichnet sich durch Virtuosität, stilistische Offenheit, außergewöhnliche improvisatorische Fantasie und die Fähigkeit aus, unterschiedliche musikalische Traditionen zu verbinden. Als Künstler, der die Möglichkeiten der Violine im zeitgenössischen Jazz erweitert, ist er in besonderer Weise dazu berufen, in den Dialog mit dem Werk von Zbigniew Seifert zu treten.
Smoczyński betrachtet die Musik seines großen Vorgängers jedoch nicht als abgeschlossenes Kapitel der Geschichte. Seiferts Werk wird für ihn zu einer lebendigen Inspirationsquelle – zum Ausgangspunkt für eine eigene Aussage, für neue Interpretationen und intensive kollektive Improvisation. Das Konzert ist damit nicht nur eine Hommage an einen außergewöhnlichen Künstler, sondern auch eine schöpferische Begegnung zweier musikalischer Persönlichkeiten aus verschiedenen Generationen.
Mateusz Smoczyński wird von hervorragenden Musikern begleitet: dem Pianisten Dominik Wania, dem Kontrabassisten Sławomir Kurkiewicz und dem Schlagzeuger Michał Miśkiewicz. Jeder von ihnen verfügt über eine unverwechselbare Handschrift und reiche Erfahrung von den wichtigsten Jazzbühnen. Gemeinsam bilden sie ein Quartett, in dessen Musik Präzision und kompositorische Disziplin auf Freiheit, Spontaneität und die emotionale Kraft der Improvisation treffen.
Besonderer Gast des Konzerts ist der in München lebende Leszek Żądło – ein herausragender Saxophonist, der Zbigniew Seifert persönlich kannte und mit ihm auf der Bühne stand. Seine Anwesenheit verleiht dem Abend eine besondere Dimension. Żądło ist nicht nur Zeitzeuge eines wichtigen Kapitels der europäischen Jazzgeschichte, sondern vor allem ein aktiver Künstler, der seine eigene musikalische Sprache weiterentwickelt. Auf der Bühne wird er zum unmittelbaren Bindeglied zwischen Seiferts Welt und der Gegenwart.
„Tribute to Zbigniew Seifert” wird ein musikalischer Dialog über Zeit und Generationen hinweg. Kompositionen und Ideen Seiferts, die schöpferische Energie heutiger Künstler und die Reaktionen eines Publikums, das diese Geschichte neu entdeckt, treffen aufeinander. Statt einer denkmalhaften Rekonstruktion erklingt lebendige, offene Musik, die sich in Echtzeit entfaltet.
Das Konzert in der Orangerie krönt eine dreiteilige Erzählung, die mit einem dokumentarischen Blick auf Seiferts Leben begann und anschließend vom Auftritt junger Musikerinnen und Musiker aus Polen und Deutschland weitergeführt wurde. Das Finale zeigt, dass das Erbe eines Künstlers zugleich der Geschichte angehören und Teil der gegenwärtigen Kultur bleiben kann.
Es wird ein Abend für Liebhaber des Jazz, der Violine, der Improvisation und einer Musik, die Grenzen von Ländern, Stilen und Generationen überschreitet. Vor allem aber wird es eine Begegnung mit Freiheit, Mut und emotionaler Intensität – Werten, die die Kunst von Zbigniew Seifert prägten und bis heute die bedeutendsten zeitgenössischen Künstler inspirieren.
Fotos: Andy Sikora

